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Gebet für den Frieden

Gott unserer Väter, groß und barmherzig! Herr des Lebens und des Friedens, Vater aller Menschen. Dein Wille ist Frieden, nicht Qual. Verurteile den Krieg und stürze den Stolz der Gewalttätigen. Du hast deinen Sohn Jesus Christus gesandt, um den Nahen und Fernen Frieden zu verkünden und alle Menschen aller Rassen und Generationen zu einer Familie zu vereinen. Möge es keinen Krieg mehr geben – dieses schlimme Abenteuer, aus dem es kein Zurück gibt, möge es keinen Krieg mehr geben – diesen Wirbelwind aus Kampf und Gewalt. Lass den Krieg aufhören (…), der deine Geschöpfe im Himmel, auf der Erde und im Meer bedroht. Mit Maria, der Mutter Jesu und unserer Mutter, bitten wir dich, sprich zu den Herzen der Menschen, die für das Schicksal der Völker verantwortlich sind. Zerstöre die Logik der Vergeltung und Rache und gib durch den Heiligen Geist neue großzügige und edle Lösungen, im Dialog und in geduldigem Warten – fruchtbarer als gewaltsame Kriegshandlungen.Vater, schenke unserer Zeit Tage des Friedens. Möge es keine Kriege mehr geben.Amen. Quelle: Gebet um Frieden

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Frieden wagen: Die Botschaft von Papst Johannes Paul II. – Ein Aufruf an die Jugend und das Gewissen der Welt

In einer Zeit, die von neuen und alten Konflikten, ideologischen Spannungen und der Sehnsucht nach Stabilität geprägt ist, gewinnen die Worte von Papst Johannes Paul II. aus dem Jahr 1985 erschreckende Aktualität. In seiner Botschaft zum XVIII. Weltfriedenstag mit dem Titel „Frieden und junge Menschen gehen zusammen” wandte sich der Papst nicht nur an die Mächtigen, sondern vor allem an die junge Generation und alle Menschen guten Willens. Seine Worte sind ein tiefgründiges Manifest für ein Friedensverständnis, das weit über die bloße Abwesenheit von Krieg hinausgeht. Die Wurzeln des Unfriedens: Eine Diagnose unserer Zeit Johannes Paul II. beginnt seine Botschaft mit einer schonungslosen Analyse der Weltlage. Er spricht von tiefen gesellschaftlichen Widersprüchen, von Unterdrückung durch totalitäre Systeme, von Rassismus, Folter und der Verweigerung religiöser Freiheit. Frieden, so der Papst, sei nicht einfach da, sondern ein „ständiges Wagnis” und eine „unausweichliche Herausforderung”. Besonders eindringlich warnt er vor der Macht der Ideologien. Er beschreibt sie als Kräfte, die das Denken der Menschen beherrschen und zu einem „falschen, säkularen Religionsersatz“ verkommen können. Diese Ideologien unterdrücken seiner These zufolge die Transzendenz und die Würde der Person und machen einen echten Dialog unmöglich. Doch der Papst belässt es nicht bei der Kritik an äußeren Systemen. Er weist auf die tiefere Wurzel hin: „Die Wurzeln von Gewalt und Ungerechtigkeit liegen tief im Herzen eines jeden Menschen, eines jeden von uns, in der alltäglichen Denk- und Handlungsweise.“ Die Jugend ist Träger einer neuen Hoffnung Der zentrale und innovative Punkt der Botschaft ist die Hinwendung zu jungen Menschen. Für Johannes Paul II. sind sie nicht nur die Empfänger einer Friedensordnung, sondern ihre aktiven Gestalter. „Die Zukunft des Friedens”, so schreibt er, „hängt in besonderer Weise von den grundlegenden moralischen Entscheidungen ab, die die junge Generation zu treffen hat.” Er sieht in ihnen eine „neue Verantwortung” und eine „frische Sensibilität” für die Nöte der Welt – für Hunger, Umweltzerstörung, Unterdrückung und die Bedrohung durch nukleare Vernichtung. Sein Appell an die Jugend ist voller Leidenschaft und Zutrauen: „Fürchtet euch nicht vor eurer Jugend!” Er ermutigt sie, sich nicht von Zynismus, Gleichgültigkeit oder den „Hinterhalten der Welt” wie Drogen oder oberflächlichen Beziehungen einfangen zu lassen. Stattdessen sollen sie ihre Sehnsucht nach Wahrheit, Schönheit und dauerhafter Liebe als treibende Kraft für den Aufbau einer neuen Zivilisation nutzen – einer Zivilisation, die auf „brüderlicher Solidarität” gründet. Die entscheidenden Fragen sind die nach dem Menschen und nach Gott Das Herzstück der Friedensethik von Johannes Paul II. sind zwei untrennbar miteinander verbundene Fragen, die er der Jugend, aber auch der gesamten Gesellschaft stellt: Was ist euer Begriff vom Menschen? Was macht die Würde und Größe des Menschen aus? Der Papst kritisiert eine rein materialistische Lebenseinstellung, die den Menschen auf seinen Konsum und seine Bedürfnisse reduziert. Eine solche Sichtweise hinterlasse den kommenden Generationen, so warnt er, eine „arme Welt, arm an wesentlichen geistigen Werten, arm an Frieden und Gerechtigkeit”. „Wer ist euer Gott?” Diese Frage ist für ihn grundlegender. Er erinnert daran, dass der Mensch als „sichtbares Abbild des unsichtbaren Gottes” nicht beantworten kann, wer er selbst ist, ohne zu klären, wer oder was sein „Absolutes” ist. „Überall dort, wo Gott abgelehnt wird”, so seine tiefe Überzeugung, „fällt unweigerlich der Schatten der Angst.” Wo Gott im Bewusstsein stirbt, stirbt auch der Mensch als sein Abbild. Frieden als innerer und äußerer Auftrag Die Botschaft von 1985 ist kein naiver Friedensappell. Sie ist eine radikale Aufforderung zur Gewissensprüfung. Frieden ist demnach keine Frage von geschickten Verhandlungen oder militärischem Gleichgewicht allein. Er beginnt im Herzen des einzelnen Menschen, in seiner Entscheidung für eine Werteordnung, die die Würde des anderen absolut setzt. Diese Würde ist für Johannes Paul II. letztlich in Gott begründet. Die Antwort auf die großen Fragen der Zeit – Krieg und Frieden, Gerechtigkeit und Unterdrückung – sieht der Papst nicht in Ideologien, sondern in der Besinnung auf das wahre Menschsein. Indem er die Jugend ins Zentrum stellt, macht er deutlich: Die Friedensarbeit von heute ist die Entscheidung für das Morgen. Es ist die Entscheidung, den „ermüdeten und kranken gesellschaftlichen Körper” zu heilen und die Geschichte von den „Irrwegen” zurück auf den Weg der Menschlichkeit zu führen. Seine Botschaft endet nicht mit einem fertigen Rezept, sondern mit einer Einladung zur Reflexion und einer großen Hoffnung: Gerade in der Krise liegt die Chance zur Umkehr und Erneuerung – eine Chance, die von jedem Einzelnen und insbesondere von der Jugend ergriffen werden muss. Denn, so der Papst wörtlich: „Der Weg, der in das kommende Jahrhundert führt, hängt von euch ab. Die Zukunft des Friedens liegt in euren Herzen.” Hinweis:  Dieser Artikel basiert auf der Friedensbotschaft von Papst Johannes Paul II. vom 8. Dezember 1984 für den Weltfriedenstag 1985. Das vollständige Dokument ist im Online-Archiv des Johannes-Paul-II.-Zentrums unter jp2online.pl einsehbar.

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Theologie des Leibes – Offene Tagung STdL

Der Studiengang „Theologie des Leibes“ der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. in Heiligenkreuz lädt zur „Offenen Tagung STdL“ zum Thema „Frühe Werke von Karol Wojtyła“ ein. Die Tagung findet mit Dr. Przemyslaw Kwiatkowski (Gniezno, Polen) statt. Weitere Informationen finden Sie auf dem Plakat und auf der Homepage: www.theologiedesleibes.org. Heiligenkreuz ist ein besonderer Ort im deutschsprachigen Raum, an dem das Kernstück der Lehre und das Herzensanliegen des Heiligen Johannes Paul II. fundiert vermittelt werden. Download

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Apostolische Reise von Papst Johannes Paul II. in die Türkei (1979)

Die Apostolische Reise von Papst Johannes Paul II. in die Türkei im November 1979 war eine tiefgründige Pilgerfahrt mit bedeutenden historischen und ökumenischen Implikationen. Nur ein Jahr nach seinem Amtsantritt reiste der Papst in dieses überwiegend muslimische Land, dessen Territorium einst das Herzland der frühen Kirche beherbergte. Der Höhepunkt dieser Reise war die Feier der Heiligen Messe in den Ruinen von Ephesus, jenem antiken Ort, auf dem das Konzil von Ephesus im Jahr 431 feierlich den marianischen Titel „Theotokos“, also „Gottesgebärerin“, als christliche Glaubenswahrheit verkündet hatte. In seiner bewegenden Predigt vor dieser historischen Kulisse verband der Papst theologische Tiefe mit einem leidenschaftlichen Appell für die Einheit der Christen. Er betonte, dass der Titel „Theotokos“ nicht nur Maria ehre, sondern wesentlich die wahre Menschheit und Gottheit Jesu Christi bekräftige. Maria wurde von ihm als das vollkommenste Urbild der Kirche dargestellt, deren gläubiges „Ja“ bei der Verkündigung den neuen Bund zwischen Gott und den Menschen einleitete. Zugleich nutzte Johannes Paul II. diese symbolträchtige Stätte für einen eindringlichen ökumenischen Aufruf. Er sprach von dem Schmerz über die Spaltung der Christenheit und verpflichtete sich feierlich, nicht zu ruhen, bis das Ziel der vollen Einheit erreicht sei. Diese Reise war auch ein starkes Zeichen des Dialogs mit der orthodoxen Kirche, da sie Begegnungen mit dem Ökumenischen Patriarchen in Istanbul einschloss. Der Besuch der Hagia Sophia und anderer historischer Stätten unterstrich das Anliegen, das gemeinsame christliche Erbe der ersten Jahrhunderte wieder ins Bewusstsein zu rufen. Mehr als vier Jahrzehnte später bleibt diese Pilgerreise ein bedeutendes Ereignis. Sie markierte einen frühen und wichtigen Schritt im brüchigen Annäherungsprozess zwischen Rom und Konstantinopel und zeigte Johannes Paul II. als einen Brückenbauer, der fest in der eigenen Tradition verwurzelt und gleichzeitig kompromisslos auf die Versöhnung mit den getrennten Brüdern und Schwestern hinarbeitete. Die in Ephesus gehaltene Predigt spiegelt den charakteristischen Stil dieses Papstes wider: eine tiefe, an der Schrift und Tradition geschulte Marienverehrung, die stets christozentrisch ist und niemals in bloße Frömmigkeit abgleitet, sondern stets auf die Einheit der ganzen Kirche Christi ausgerichtet bleibt. Die damals gesetzten Impulse für den ökumenischen und interreligiösen Dialog haben nichts von ihrer Dringlichkeit verloren und die Worte des Papstes über die Demut und die Bereitschaft, eigene Verfehlungen anzuerkennen, bieten auch heute noch eine essentielle Orientierung für den Weg zur Einheit. Links: Predigt in Ephesus Papst Johannes Paul II. in Ephesus (Türkei, 1979)

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Der Retter der Welt ist vom Himmel herabgestiegen. Freuet euch!

„Erlöse uns von den großen Übeln, welche die Menschheitzu Beginn des Dritten Jahrtausends zerreißen!Befreie uns von Kriegen und bewaffneten Konflikten,die ganze Regionen des Globus verwüsten.Befreie uns von der Plage des Terrorismusund vieler anderer Formen der Gewalt,die schwache und wehrlose Menschen peinigen.Nimm von uns alle Mutlosigkeit beim Beschreiten von Wegen des Friedens,die gewiß schwierig, aber möglich und daher auch geboten sind.Solche Wege sind immer überall dringend erforderlich,vor allem in dem Land, in dem du, o Friedensfürst, geboren warst. Und du Maria, Jungfrau der Erwartung und der Erfüllung,die du das Weihnachtsgeheimnis behütest,mache uns fähig,im Kind, das du in deinen Armen hältst,den angekündigten Erlöser zu erkennen,der allen die Hoffnung und den Frieden bringt.Gemeinsam mit dir beten wir ihn an und bekennen mit Vertrauen:Wir brauchen dich, Erlöser des Menschen,der du die Erwartungen und das Sehnen unseres Herzens kennst.Komm und bleibe bei uns, Herr!Die Freude über deine Geburt gelange bis an die entferntesten Grenzen des Universums!“ Quelle: Papst Johannes Paul II.,Ubi et Orbi, Weihnachten 2003 

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Der Prophet der Hoffnung: Was uns der heilige Johannes Paul II. heute zu sagen hat

„Der Mensch kann in gewissem Sinne nicht ohne Hoffnung leben.“ Mit diesen Worten wandte sich Papst Johannes Paul II. 1981 an die Jugend in Tokio. Eine einfache, aber tiefgreifende Wahrheit, die heute, in einer Zeit der Unsicherheit und globaler Krisen, aktueller denn je ist. Anlass, diesem „Propheten der Hoffnung“ und seiner Botschaft nachzulauschen. Was ist Hoffnung wirklich? Hoffnung ist mehr als nur ein flüchtiges „Das wird schon wieder“. Wer hofft, verfällt nicht in blinden Optimismus, sondern sieht die Realität mit all ihren Problemen und Schwierigkeiten klar. Hoffnung ist die innere Gewissheit, dass Hindernisse überwindbar sind, dass das Leben einen Sinn hat und wir – oft mit der Hilfe anderer – nach Niederlagen wieder aufstehen können. Im Gegensatz zum abwertenden Sprichwort, Hoffnung sei die „Mutter der Dummen“, ist sie in Wahrheit die Mutter der Weisen. Der französische Denker Charles Péguy brachte es auf den Punkt: „Der Glaube ist eine Kathedrale, die Liebe ein Hospital. Doch beide wären ohne die Hoffnung nur ein Friedhof.“ Hoffnung ist also die Lebenskraft, die Glaube und Liebe erst atmen lässt. Worin unterscheidet sie sich also vom Optimismus? Optimismus ist eine Stimmung, die man kultivieren kann. Hoffnung ist hingegen eine grundlegende Lebenshaltung. Sie gründet auf bereits Geschehenem, auf Erfahrungen der Bewältigung und Rettung, und gibt uns die Zuversicht, dass auch die Zukunft sinnvoll und gut sein wird, selbst wenn der Weg dorthin steinig ist. Die christliche Hoffnung: Mehr als nur irdisches Glück Wenn wir von „christlicher Hoffnung“ sprechen, erhält dieser Begriff eine tiefere Dimension. Ihr Fundament ist Jesus Christus selbst. Als Christ setzt man seine Hoffnung nicht auf vage Aussichten, sondern auf eine Person: Christus, der den Tod besiegt hat. Die christliche Hoffnung umfasst daher nicht nur die kleinen und großen Ziele unseres irdischen Lebens, sondern weitet den Blick auf die Ewigkeit. Sie ist die Antwort auf die Verheißung Gottes eines neuen, unzerstörbaren Lebens. Diese Perspektive verleiht all unseren irdischen Hoffnungen ihren vollen, klaren Sinn. In einer Welt, die oft nur das Diesseits im Blick hat, ist dies eine befreiende und zugleich herausfordernde Botschaft. Die christliche Hoffnung ist die tiefe, innere Überzeugung, dass ein Leben in Gemeinschaft mit Christus immer einen Sinn hat – besonders in schwierigen Zeiten. Sie ist die Gewissheit, dass der Weg des Evangeliums der richtige ist, auch wenn er anspruchsvoll und manchmal einsam ist. Johannes Paul II.: Ein Prophet für unsere Zeit Wenn wir von „christlicher Hoffnung“ sprechen, erhält dieser Begriff eine tiefere Dimension. Ihr Fundament ist Jesus Christus selbst. Als Christ setzt man seine Hoffnung nicht auf vage Aussichten, sondern auf eine Person: Christus, der den Tod besiegt hat. Die christliche Hoffnung umfasst daher nicht nur die kleinen und großen Ziele unseres irdischen Lebens, sondern weitet den Blick auf die Ewigkeit. Sie ist die Antwort auf die Verheißung Gottes eines neuen, unzerstörbaren Lebens. Diese Perspektive verleiht all unseren irdischen Hoffnungen ihren vollen, klaren Sinn. In einer Welt, die oft nur das Diesseits im Blick hat, ist dies eine befreiende und zugleich herausfordernde Botschaft. Die christliche Hoffnung ist die tiefe, innere Überzeugung, dass ein Leben in Gemeinschaft mit Christus immer einen Sinn hat – besonders in schwierigen Zeiten. Sie ist die Gewissheit, dass der Weg des Evangeliums der richtige ist, auch wenn er anspruchsvoll und manchmal einsam ist. Was heißt das für uns heute? Wenn wir von „christlicher Hoffnung“ sprechen, erhält dieser Begriff eine tiefere Dimension. Ihr Fundament ist Jesus Christus selbst. Als Christ setzt man seine Hoffnung nicht auf vage Aussichten, sondern auf eine Person: Christus, der den Tod besiegt hat. Die christliche Hoffnung umfasst daher nicht nur die kleinen und großen Ziele unseres irdischen Lebens, sondern weitet den Blick auf die Ewigkeit. Sie ist die Antwort auf die Verheißung Gottes eines neuen, unzerstörbaren Lebens. Diese Perspektive verleiht all unseren irdischen Hoffnungen ihren vollen, klaren Sinn. In einer Welt, die oft nur das Diesseits im Blick hat, ist dies eine befreiende und zugleich herausfordernde Botschaft. Die christliche Hoffnung ist die tiefe, innere Überzeugung, dass ein Leben in Gemeinschaft mit Christus immer einen Sinn hat – besonders in schwierigen Zeiten. Sie ist die Gewissheit, dass der Weg des Evangeliums der richtige ist, auch wenn er anspruchsvoll und manchmal einsam ist. Quelle: „Jan Paweł II.  Prorok nadziei“ 

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„Gott ist Liebe, aber warum gibt es so viel Böses?“

Auszug aus dem Interviewbuch mit Papst Johannes Paul II. von Vittorio Messori – „Die Schwelle der Hoffnung überschreiten”. Das sind wahrlich großartige, faszinierende Perspektiven – für Gläubige sind sie eine neue Bestätigung ihrer Hoffnung. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass sich auch Christen im Laufe der Jahrhunderte in Zeiten der Not die quälende Frage gestellt haben: Wie kann man auf Gott vertrauen, der ein barmherziger Vater ist, auf Gott, der – gemäß der Offenbarung des Neuen Testaments – die Liebe selbst ist, wenn man mit der Realität des Leidens, der Ungerechtigkeit, der Krankheit und des Todes konfrontiert ist, die in der großen Geschichte der Welt und im täglichen Leben eines jeden von uns ununterbrochen zu herrschen scheinen?Stat crux dum volvitur orbis (Das Kreuz steht, während sich die Welt dreht). Wie ich bereits gesagt habe, befinden wir uns im Zentrum der Heilsgeschichte. Ihre nächste Frage kann natürlich nicht außer Acht lassen, was die Quelle der ewigen Zweifel nicht nur an der Güte Gottes, sondern auch an seiner Existenz ist. Wie konnte Gott so viele Kriege, Konzentrationslager und den Holocaust zulassen? Ist dieser Gott, der all das zulässt, wirklich noch die Liebe, wie es der heilige Johannes in seinem ersten Brief verkündet? Mehr noch, ist er gegenüber seiner Schöpfung überhaupt gerecht? Legt er nicht zu viel auf die Schultern einzelner Menschen? Sind das nicht Lasten, mit denen er den Menschen allein lässt und ihn zu einem hoffnungslosen Leben verdammt? So viele unheilbar kranke Menschen in Krankenhäusern, so viele behinderte Kinder, so viele Menschenleben, die völlig aus dem Kreis des normalen menschlichen Glücks auf Erden ausgeschlossen sind, jenem Glück, das Liebe, Ehe und Familie schenken. All dies zusammen ergibt ein düsteres Bild. Dieses Bild hat seinen Platz in der alten und modernen Literatur gefunden. Man denke nur an Fjodor Dostojewski, Franz Kafka oder Albert Camus. Gott schuf den Menschen vernünftig und frei, und damit stellte sich Gott selbst vor das Gericht des Menschen. Die Heilsgeschichte ist auch ein ständiges Gericht des Menschen über Gott. Nicht nur Fragen, Infragestellungen, sondern einfach ein echtes Gericht. Bis zu einem gewissen Grad ist das alttestamentliche Buch Hiob das Paradigma dieses Gerichts. Hinzu kommt der böse Geist, der mit noch größerer Scharfsinnigkeit bereit ist, nicht nur den Menschen, sondern auch das Wirken Gottes in der Geschichte des Menschen zu richten. Um dies zu bestätigen, genügt es, noch einmal auf das Buch Hiob zu verweisen.Scandalum crucis (das Ärgernis des Kreuzes). In den vorangegangenen Fragen haben Sie genau dieses Problem angesprochen: War es für die Erlösung des Menschen notwendig, dass Gott seinen Sohn dem Tod am Kreuz übergab? Vor dem Hintergrund dessen, was wir gerade sagen, ist es angebracht zu fragen: Hätte es anders sein können? Hätte Gott sich selbst gegenüber der Geschichte der Menschheit – die so tief von Leiden geprägt ist – anders rechtfertigen können, als indem er gerade das Kreuz Christi in den Mittelpunkt dieser Geschichte stellte? Natürlich könnte man antworten, dass Gott sich gegenüber dem Menschen nicht rechtfertigen muss. Es reicht aus, dass er allmächtig ist. In diesem Fall muss alles, was er tut oder zulässt, akzeptiert werden. Genau diese Position vertritt der biblische Hiob. Aber Gott, der nicht nur allmächtig, sondern auch weise ist und – wiederholen wir es noch einmal – Liebe ist, möchte sich gewissermaßen gegenüber der Menschheitsgeschichte rechtfertigen. Er ist kein jenseitiges Absolut, dem das Leiden der Menschen gleichgültig ist. Er ist Emmanuel, Gott mit uns, er ist Gott, der das Schicksal des Menschen teilt, an seinem Schicksal teilhat. Hier zeigt sich erneut die Unzulänglichkeit, ja sogar die Falschheit dieses Gottesbildes, das die Aufklärung ohne Widerspruch übernommen hat. Nach dem Evangelium ist dies eindeutig ein Rückschritt – nicht in Richtung eines besseren Verständnisses von Gott und der Welt, sondern in Richtung ihres Unverständnisses. Nein, absolut nicht! Gott ist nicht nur jemand Außerweltliches, in sich selbst der Weiseste und Allmächtige. Seine Weisheit und Allmacht werden aus freier Entscheidung in den Dienst der Schöpfung gestellt. Wenn es in der Geschichte der Menschheit Leiden gibt, dann muss sich seine Allmacht als Allmacht der Demütigung durch das Kreuz erweisen. Die Empörung über das Kreuz bleibt der Schlüssel zur Entschlüsselung des großen Geheimnisses des Leidens, das so organisch zur Geschichte des Menschen gehört. Selbst die heutigen Kritiker des Christentums stimmen dem zu. Auch sie sehen, dass der gekreuzigte Christus ein Beweis für die Solidarität Gottes mit dem leidenden Menschen ist. Gott steht auf der Seite des Menschen. Er steht radikal auf seiner Seite. „Er erniedrigte sich selbst und nahm die Gestalt eines Knechtes an, wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz” (vgl. Phil 2,7-8). Das sagt alles. Alle individuellen Leiden und alle kollektiven Leiden, sowohl diejenigen, die durch Naturgewalten verursacht wurden, als auch diejenigen, die durch den freien Willen des Menschen verursacht wurden: Kriege, Gulags, Holocausts – der Holocaust an den Juden, aber auch zum Beispiel der Holocaust an den schwarzen Sklaven aus Afrika.

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„Liebt eure Feinde“

In jeder Hinsicht bezieht sich das Gebot der Liebe auf den freien Willen des Menschen. Der Mensch, der sich vom Licht der Vernunft, also vom Urteil seines Gewissens leiten lässt, trifft eine Wahl und entscheidet und bestimmt so über sich selbst. Er gibt seinen Taten Gestalt. Das Gebot der Liebe richtet sich an den freien Willen, denn von ihm hängt es ab, ob der Mensch seinen Taten, seinem Handeln die Gestalt der Liebe oder eine andere, der Liebe entgegengesetzte Gestalt gibt. Das kann die Form des Egoismus sein, die Form der Gleichgültigkeit gegenüber den Bedürfnissen des anderen, der Gleichgültigkeit gegenüber dem Gemeinwohl. Das kann schließlich auch die Form des Hasses oder des Verrats sein – entgegen dem, was Christus lehrt: „Liebt eure Feinde“ Mt 5,44 Auszug aus der Predigt während der Seligsprechungsmesse für Pater Rafał Chyliński in Warschau, 9. Juni 1991.

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„Glauben – aber was bringt das?“

Auszug aus dem Interviewbuch mit Papst Johannes Paul II. von Vittorio Messori – „Die Schwelle der Hoffnung überschreiten” Viele Menschen, die im Geiste einer bestimmten Art von Pragmatismus und Utilitarismus geprägt (oder deformiert) sind, stellen heute Fragen wie: „Wozu soll man überhaupt glauben? Was bringt der Glaube noch? Kann man nicht ehrlich und aufrichtig sein, ohne sich das Leben mit dem Evangelium schwer zu machen?“Ihre Frage lässt sich sehr kurz beantworten: Der Nutzen des Glaubens lässt sich nicht in Güter umrechnen, auch nicht in moralische Güter. Die Kirche hat nie bestritten, dass auch ein Ungläubiger ehrlich und edel sein kann. Das kann sich übrigens jeder leicht selbst überzeugen. Die Werte des Glaubens lassen sich nicht allein mit den Bedürfnissen der menschlichen Moral erklären, obwohl gerade der Glaube die tiefstmögliche Begründung dafür liefert. Deshalb berufen wir uns sehr oft auf den Glauben als Argument. Ich selbst tue dies in der Enzyklika Veritatis Splendor, indem ich die moralische Bedeutung der Antwort Christi betone: „Halte die Gebote … “ (Mt 19,17) auf die Frage eines jungen Mannes nach dem richtigen Gebrauch der Gabe der Freiheit. Dennoch kann man sagen, dass der wesentliche Nutzen des Glaubens in der Tatsache des Glaubens und des Vertrauens selbst liegt. (Maria ist im Moment der Verkündigung ein unübertroffenes Beispiel und ein erstaunliches Vorbild dafür, was übrigens in Rilkes Gedicht „Verkündigung” einen außergewöhnlichen Ausdruck gefunden hat). Indem wir glauben und vertrauen, geben wir Gott eine Antwort auf sein Wort. Dieses Wort fällt nicht ins Leere, sondern kehrt fruchtbar zu dem zurück, der es ausgesprochen hat, wie es der Prophet Jesaja einst so schön ausgedrückt hat (vgl. 55,11). Gott will uns jedoch keineswegs zu dieser Antwort zwingen. In dieser Hinsicht ist das Lehramt des letzten Konzils von besonderer Bedeutung, insbesondere die Erklärung über die Religionsfreiheit Dignitatis Humanae. Es wäre sinnvoll, diese Erklärung hier vollständig zu zitieren und zu analysieren. Vielleicht reicht es jedoch aus, einige Sätze zu zitieren: „Alle Menschen“, so lesen wir, „sind verpflichtet, die Wahrheit zu suchen, insbesondere in Fragen, die Gott und seine Kirche betreffen, und sie, wenn sie sie erkannt haben, anzunehmen und zu bewahren“. Was das Konzil hier betont, ist vor allem die Würde des Menschen. Weiter heißt es: „Aufgrund ihrer Würde sind alle Menschen, weil sie Personen sind, also mit Verstand und freiem Willen und damit mit persönlicher Verantwortung ausgestattete Wesen, von ihrer Natur her gedrängt und moralisch verpflichtet, die Wahrheit zu suchen, vor allem im Bereich der Religion. Sie sind auch verpflichtet, an der erkannten Wahrheit festzuhalten und ihr ganzes Leben nach den Anforderungen der Wahrheit auszurichten.” „Die Wahrheit muss in einer Weise gesucht werden, die der Würde des Menschen und seiner sozialen Natur entspricht, d. h. durch freie Forschung mit Hilfe von […] Lehre, Gedankenaustausch und Dialog.”Wie man sieht, nimmt das Konzil die menschliche Freiheit sehr ernst und beruft sich auch auf das innere Gebot des Gewissens, um zu zeigen, dass auch die Antwort, die der Mensch durch den Glauben auf Gottes Wort gibt, der persönlichen Würde des Menschen entspricht. Der Mensch kann nicht gezwungen werden, die Wahrheit anzunehmen. Er wird nur durch seine Natur, d. h. durch seine eigene Freiheit, dazu gezwungen, diese Wahrheit aufrichtig zu suchen und, wenn er sie gefunden hat, sowohl in seiner Überzeugung als auch in seinem Handeln daran festzuhalten. Und das ist die unveränderliche Lehre der Kirche. Es ist vor allem eine Lehre, die Christus selbst durch sein Handeln bestätigt hat. Unter diesem Gesichtspunkt sollte man den zweiten Teil der Konzilserklärung über die Religionsfreiheit neu lesen. Dort finden wir wohl auch die Antwort auf Ihre Frage. Die gleiche Haltung finden wir in der Lehre der Kirchenväter, in der Tradition der Theologen von Thomas von Aquin bis John H. Newman. Das Konzil bestätigt nur, was schon immer die feste Überzeugung der Kirche war. Die Meinung des heiligen Thomas ist bekannt: Er spricht sich so sehr für die Achtung des Gewissens aus, dass er behauptet, es wäre ein Akt der Ungerechtigkeit, wenn ein Mensch an Christus glauben würde, obwohl er in seinem Gewissen davon überzeugt ist, dass er in diesem Fall Unrecht tut (vgl. Summa Theologiae, 1-2, q. 19, a. 5). Der Mensch hat immer die Pflicht, auf sein Gewissen zu hören, auch wenn es unüberwindlich irrtümlich wäre. Der Mensch darf nur nicht in seinem Irrtum verharren, ohne zu versuchen, sich von der Wahrheit zu überzeugen. Wenn Newman das Gewissen über die Autorität stellt, verkündet er nichts Neues im Verhältnis zum ständigen Lehramt der Kirche. Das Gewissen ist, wie das Konzil lehrt, „das geheimste Zentrum und Heiligtum des Menschen, wo er allein mit Gott ist, dessen Stimme in seinem Inneren erklingt […]. Durch die Treue zum Gewissen verbinden sich die Christen mit den übrigen Menschen in der Suche nach der Wahrheit und in der Lösung der moralischen Probleme, die sich sowohl im Leben des Einzelnen als auch im gesellschaftlichen Zusammenleben stellen. Je mehr das rechte Gewissen die Oberhand gewinnt, desto mehr vermeiden Einzelpersonen und Gruppen blinde Willkür und bemühen sich, sich an objektive moralische Normen anzupassen. Oft kommt es jedoch vor, dass das Gewissen aufgrund unüberwindbarer Unwissenheit irrt, ohne jedoch seine Würde zu verlieren. Dies gilt jedoch nicht, wenn der Mensch sich wenig um die Suche nach Wahrheit und Gutem kümmert und sein Gewissen aus Gewohnheit zur Sünde langsam fast blind wird“ (Gaudium et spes, Nr. 16). Es ist schwer, die tiefe innere Kohärenz des Textes der Erklärung über die Religionsfreiheit zu übersehen. Im Lichte ihrer Lehre können wir also sagen, dass der wesentliche Nutzen des Glaubens vor allem darin besteht, dass der Mensch durch ihn das Wohl seiner vernünftigen Natur verwirklicht. Er verwirklicht es, indem er Gott eine Antwort gibt, und diese Antwort ist eine Pflicht. Es ist gleichzeitig eine Pflicht gegenüber sich selbst. Christus hat alles getan, um uns von der Bedeutung dieser Antwort zu überzeugen, die der Mensch in innerer Freiheit geben sollte, damit in ihr der veritatis splendor erstrahlt, der für die Würde des Menschen so wesentlich ist. Christus hat auch die Kirche verpflichtet, ebenso zu handeln. Deshalb sind die Widerstände gegen alle,

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LIVE: Heilige Messe zum 20. Jahrestag des Todes von Papst Johannes Paul II.

Am 2. April 2025 jährt sich der Todestag von Heiligem Johannes Paul II. zum zwanzigsten Mal. In ehrendem Gedenken wird im Vatikan eine feierliche Heilige Messe zelebriert, geleitet von Kardinal Pietro Parolin, dem Staatssekretär des Heiligen Stuhls. Papst Johannes Paul II. prägte die Kirche und die Welt durch sein langes Pontifikat, seine tiefe Spiritualität, seine Liebe zu den Menschen – und seinen unerschütterlichen Glauben. Diese Eucharistiefeier würdigt sein Leben, sein Wirken und sein geistliches Vermächtnis. „Habt keine Angst! Öffnet die Tore für Christus!“ – Johannes Paul II.

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