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Frieden wagen: Die Botschaft von Papst Johannes Paul II. – Ein Aufruf an die Jugend und das Gewissen der Welt

In einer Zeit, die von neuen und alten Konflikten, ideologischen Spannungen und der Sehnsucht nach Stabilität geprägt ist, gewinnen die Worte von Papst Johannes Paul II. aus dem Jahr 1985 erschreckende Aktualität. In seiner Botschaft zum XVIII. Weltfriedenstag mit dem Titel „Frieden und junge Menschen gehen zusammen” wandte sich der Papst nicht nur an die Mächtigen, sondern vor allem an die junge Generation und alle Menschen guten Willens. Seine Worte sind ein tiefgründiges Manifest für ein Friedensverständnis, das weit über die bloße Abwesenheit von Krieg hinausgeht. Die Wurzeln des Unfriedens: Eine Diagnose unserer Zeit Johannes Paul II. beginnt seine Botschaft mit einer schonungslosen Analyse der Weltlage. Er spricht von tiefen gesellschaftlichen Widersprüchen, von Unterdrückung durch totalitäre Systeme, von Rassismus, Folter und der Verweigerung religiöser Freiheit. Frieden, so der Papst, sei nicht einfach da, sondern ein „ständiges Wagnis” und eine „unausweichliche Herausforderung”. Besonders eindringlich warnt er vor der Macht der Ideologien. Er beschreibt sie als Kräfte, die das Denken der Menschen beherrschen und zu einem „falschen, säkularen Religionsersatz“ verkommen können. Diese Ideologien unterdrücken seiner These zufolge die Transzendenz und die Würde der Person und machen einen echten Dialog unmöglich. Doch der Papst belässt es nicht bei der Kritik an äußeren Systemen. Er weist auf die tiefere Wurzel hin: „Die Wurzeln von Gewalt und Ungerechtigkeit liegen tief im Herzen eines jeden Menschen, eines jeden von uns, in der alltäglichen Denk- und Handlungsweise.“ Die Jugend ist Träger einer neuen Hoffnung Der zentrale und innovative Punkt der Botschaft ist die Hinwendung zu jungen Menschen. Für Johannes Paul II. sind sie nicht nur die Empfänger einer Friedensordnung, sondern ihre aktiven Gestalter. „Die Zukunft des Friedens”, so schreibt er, „hängt in besonderer Weise von den grundlegenden moralischen Entscheidungen ab, die die junge Generation zu treffen hat.” Er sieht in ihnen eine „neue Verantwortung” und eine „frische Sensibilität” für die Nöte der Welt – für Hunger, Umweltzerstörung, Unterdrückung und die Bedrohung durch nukleare Vernichtung. Sein Appell an die Jugend ist voller Leidenschaft und Zutrauen: „Fürchtet euch nicht vor eurer Jugend!” Er ermutigt sie, sich nicht von Zynismus, Gleichgültigkeit oder den „Hinterhalten der Welt” wie Drogen oder oberflächlichen Beziehungen einfangen zu lassen. Stattdessen sollen sie ihre Sehnsucht nach Wahrheit, Schönheit und dauerhafter Liebe als treibende Kraft für den Aufbau einer neuen Zivilisation nutzen – einer Zivilisation, die auf „brüderlicher Solidarität” gründet. Die entscheidenden Fragen sind die nach dem Menschen und nach Gott Das Herzstück der Friedensethik von Johannes Paul II. sind zwei untrennbar miteinander verbundene Fragen, die er der Jugend, aber auch der gesamten Gesellschaft stellt: Was ist euer Begriff vom Menschen? Was macht die Würde und Größe des Menschen aus? Der Papst kritisiert eine rein materialistische Lebenseinstellung, die den Menschen auf seinen Konsum und seine Bedürfnisse reduziert. Eine solche Sichtweise hinterlasse den kommenden Generationen, so warnt er, eine „arme Welt, arm an wesentlichen geistigen Werten, arm an Frieden und Gerechtigkeit”. „Wer ist euer Gott?” Diese Frage ist für ihn grundlegender. Er erinnert daran, dass der Mensch als „sichtbares Abbild des unsichtbaren Gottes” nicht beantworten kann, wer er selbst ist, ohne zu klären, wer oder was sein „Absolutes” ist. „Überall dort, wo Gott abgelehnt wird”, so seine tiefe Überzeugung, „fällt unweigerlich der Schatten der Angst.” Wo Gott im Bewusstsein stirbt, stirbt auch der Mensch als sein Abbild. Frieden als innerer und äußerer Auftrag Die Botschaft von 1985 ist kein naiver Friedensappell. Sie ist eine radikale Aufforderung zur Gewissensprüfung. Frieden ist demnach keine Frage von geschickten Verhandlungen oder militärischem Gleichgewicht allein. Er beginnt im Herzen des einzelnen Menschen, in seiner Entscheidung für eine Werteordnung, die die Würde des anderen absolut setzt. Diese Würde ist für Johannes Paul II. letztlich in Gott begründet. Die Antwort auf die großen Fragen der Zeit – Krieg und Frieden, Gerechtigkeit und Unterdrückung – sieht der Papst nicht in Ideologien, sondern in der Besinnung auf das wahre Menschsein. Indem er die Jugend ins Zentrum stellt, macht er deutlich: Die Friedensarbeit von heute ist die Entscheidung für das Morgen. Es ist die Entscheidung, den „ermüdeten und kranken gesellschaftlichen Körper” zu heilen und die Geschichte von den „Irrwegen” zurück auf den Weg der Menschlichkeit zu führen. Seine Botschaft endet nicht mit einem fertigen Rezept, sondern mit einer Einladung zur Reflexion und einer großen Hoffnung: Gerade in der Krise liegt die Chance zur Umkehr und Erneuerung – eine Chance, die von jedem Einzelnen und insbesondere von der Jugend ergriffen werden muss. Denn, so der Papst wörtlich: „Der Weg, der in das kommende Jahrhundert führt, hängt von euch ab. Die Zukunft des Friedens liegt in euren Herzen.” Hinweis:  Dieser Artikel basiert auf der Friedensbotschaft von Papst Johannes Paul II. vom 8. Dezember 1984 für den Weltfriedenstag 1985. Das vollständige Dokument ist im Online-Archiv des Johannes-Paul-II.-Zentrums unter jp2online.pl einsehbar.

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Theologie des Leibes – Offene Tagung STdL

Der Studiengang „Theologie des Leibes“ der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. in Heiligenkreuz lädt zur „Offenen Tagung STdL“ zum Thema „Frühe Werke von Karol Wojtyła“ ein. Die Tagung findet mit Dr. Przemyslaw Kwiatkowski (Gniezno, Polen) statt. Weitere Informationen finden Sie auf dem Plakat und auf der Homepage: www.theologiedesleibes.org. Heiligenkreuz ist ein besonderer Ort im deutschsprachigen Raum, an dem das Kernstück der Lehre und das Herzensanliegen des Heiligen Johannes Paul II. fundiert vermittelt werden. Download

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Apostolische Reise von Papst Johannes Paul II. in die Türkei (1979)

Die Apostolische Reise von Papst Johannes Paul II. in die Türkei im November 1979 war eine tiefgründige Pilgerfahrt mit bedeutenden historischen und ökumenischen Implikationen. Nur ein Jahr nach seinem Amtsantritt reiste der Papst in dieses überwiegend muslimische Land, dessen Territorium einst das Herzland der frühen Kirche beherbergte. Der Höhepunkt dieser Reise war die Feier der Heiligen Messe in den Ruinen von Ephesus, jenem antiken Ort, auf dem das Konzil von Ephesus im Jahr 431 feierlich den marianischen Titel „Theotokos“, also „Gottesgebärerin“, als christliche Glaubenswahrheit verkündet hatte. In seiner bewegenden Predigt vor dieser historischen Kulisse verband der Papst theologische Tiefe mit einem leidenschaftlichen Appell für die Einheit der Christen. Er betonte, dass der Titel „Theotokos“ nicht nur Maria ehre, sondern wesentlich die wahre Menschheit und Gottheit Jesu Christi bekräftige. Maria wurde von ihm als das vollkommenste Urbild der Kirche dargestellt, deren gläubiges „Ja“ bei der Verkündigung den neuen Bund zwischen Gott und den Menschen einleitete. Zugleich nutzte Johannes Paul II. diese symbolträchtige Stätte für einen eindringlichen ökumenischen Aufruf. Er sprach von dem Schmerz über die Spaltung der Christenheit und verpflichtete sich feierlich, nicht zu ruhen, bis das Ziel der vollen Einheit erreicht sei. Diese Reise war auch ein starkes Zeichen des Dialogs mit der orthodoxen Kirche, da sie Begegnungen mit dem Ökumenischen Patriarchen in Istanbul einschloss. Der Besuch der Hagia Sophia und anderer historischer Stätten unterstrich das Anliegen, das gemeinsame christliche Erbe der ersten Jahrhunderte wieder ins Bewusstsein zu rufen. Mehr als vier Jahrzehnte später bleibt diese Pilgerreise ein bedeutendes Ereignis. Sie markierte einen frühen und wichtigen Schritt im brüchigen Annäherungsprozess zwischen Rom und Konstantinopel und zeigte Johannes Paul II. als einen Brückenbauer, der fest in der eigenen Tradition verwurzelt und gleichzeitig kompromisslos auf die Versöhnung mit den getrennten Brüdern und Schwestern hinarbeitete. Die in Ephesus gehaltene Predigt spiegelt den charakteristischen Stil dieses Papstes wider: eine tiefe, an der Schrift und Tradition geschulte Marienverehrung, die stets christozentrisch ist und niemals in bloße Frömmigkeit abgleitet, sondern stets auf die Einheit der ganzen Kirche Christi ausgerichtet bleibt. Die damals gesetzten Impulse für den ökumenischen und interreligiösen Dialog haben nichts von ihrer Dringlichkeit verloren und die Worte des Papstes über die Demut und die Bereitschaft, eigene Verfehlungen anzuerkennen, bieten auch heute noch eine essentielle Orientierung für den Weg zur Einheit. Links: Predigt in Ephesus Papst Johannes Paul II. in Ephesus (Türkei, 1979)

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Der Retter der Welt ist vom Himmel herabgestiegen. Freuet euch!

„Erlöse uns von den großen Übeln, welche die Menschheitzu Beginn des Dritten Jahrtausends zerreißen!Befreie uns von Kriegen und bewaffneten Konflikten,die ganze Regionen des Globus verwüsten.Befreie uns von der Plage des Terrorismusund vieler anderer Formen der Gewalt,die schwache und wehrlose Menschen peinigen.Nimm von uns alle Mutlosigkeit beim Beschreiten von Wegen des Friedens,die gewiß schwierig, aber möglich und daher auch geboten sind.Solche Wege sind immer überall dringend erforderlich,vor allem in dem Land, in dem du, o Friedensfürst, geboren warst. Und du Maria, Jungfrau der Erwartung und der Erfüllung,die du das Weihnachtsgeheimnis behütest,mache uns fähig,im Kind, das du in deinen Armen hältst,den angekündigten Erlöser zu erkennen,der allen die Hoffnung und den Frieden bringt.Gemeinsam mit dir beten wir ihn an und bekennen mit Vertrauen:Wir brauchen dich, Erlöser des Menschen,der du die Erwartungen und das Sehnen unseres Herzens kennst.Komm und bleibe bei uns, Herr!Die Freude über deine Geburt gelange bis an die entferntesten Grenzen des Universums!“ Quelle: Papst Johannes Paul II.,Ubi et Orbi, Weihnachten 2003 

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St. Pope John Paul II.: child, family, nation

„A nation that kills its own children has no future.“ „In the newborn child is realized the common good of the family.“ „A society will be judged on the basis of how it treats its weakest members; and among the most vulnerable are surely the unborn and the dying.“ „Those in society who are in charge of schools must never forget that the parents have been appointed by God himself as the first and principal educators of their children and that their right is completely inalienable.“ „As the family goes, so goes the nation, and so goes the whole world in which we live.“ „And everything else will then turn out to be unimportant and inessential except this: father, child, and love. And then, looking at the simplest things, we will all say, Could we have not learned this long ago? Has this not always been embedded in everything that is?“ „Love the family! Defend and promote it as the basic cell of human society; nurture it as the prime sanctuary of life. Give great care to the preparation of engaged couples and be close to young married couples, so that they will be for their children and the whole community an eloquent testimony of God’s love.“   Photo: RebeccaVC1,“The R Family – 2″, Flickr, CC Licence

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Papst-Wallfahrt am Sonntag der Barmherzigkeit

  Liebe Freunde Wir laden Euch herzlich zu unserer nächsten Papst-Wallfahrt am Sonntag der Barmherzigkeit, den 8. April 2018, ein. Die Route der Wallfahrt verbindet zwei Punkte in Wien, die mit dem heiligen Johannes Paul II. eng in Verbindung stehen: Das „Papstkreuz im Donaupark“, errichtet aus Anlass des ersten Pastoralbesuches von Papst Johannes Paul II. in Österreich, wo dieser am 11. September 1983 mit einer halben Million Menschen die heilige Messe feierte. Die Kirche „St. Josef auf dem Kahlenberg“, polnisches Nationalheiligtum– an diesem Ort feierte am 12. September 1683 der selige Marco d’Aviano mit dem polnischen König Sobieski vor der entscheidenden Schlacht während der zweiten Türkenbelagerung eine hl. Messe. Genau 300 Jahre später feierte aus diesem Anlass auf dem selben Ort Papst Johannes Paul II. ebenfalls eine heilige Messe. In der Kirche befinden sich viele Gegenstände, die an ihn erinnern, sowie seine Blutreliquie und Statue. In Rahmen der Wallfahrt laden wir Euch zu einer Wanderung durch wunderschöne „Nature-Pur“- Umgebung, sowie zur Teilnahme an einem speziellem Programm auf dem Kahlenberg ein. Programm: 10:45 – Treffen beim Papstkreuz im Donaupark, Gebet 11:00 – Abmarsch (Dauer mit Pausen ca. 4 Std., Wanderung ca. 2.5 Std, Entfernung ca. 10km) 15:00 – Papst-Programm auf dem Kahlenberg, beginnend mit dem Barmherzigkeitsrosenkranz (auf Polnisch und Deutsch mit Übersetzung) 16:00 – Hl. Messe Diesmal ist die Wallfahrt der Intention der Ausrufung des Hl. Papstes Johannes Paul II. als Mitpatron Europas gewidmet. Weitere Informationen sowie eine Petition an Papst Franziskus: JP2.at Wegbeschreibung auf GoogleMaps: google.at/maps/dir/Papstkreuz+Kahlenberg   Wir bitten Dich, diese Information an Deine Freunde weiterzuleiten. Es laden Dich herzlich ein: „Gloria tibi Deo” „Radio PMK” „Wspólnota św. Jana Pawła II.” Verein „Rettet das Papstkreuz“ „Jesus Prayer Group“ sowie viele private Personen      

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Hl. Papst Johannes Paul II. – Schutzpatron Europas

Kardinal Stanisław Dziwisz appellierte am 20. Oktober, während der feierlichen Eröffnung des Kongresses „Europa Christi“ in Tschenstochau, Johannes Paul II. zum Schutzpatron Europas auszurufen. Übersetzung: Dr. Anna Sobala Original Fassung (Polnisch):  Link Wir präsentieren die Übersetzung des vollständigen Textes der Rede: Johannes Paul II. gilt als himmlischer Schutzherr verschiedener menschlicher Vorhaben und Stände. Er ist ein Papst der Menschenrechte, Hüter des Familienglücks, geistlicher Beistand der Jugend, Leiter und Meister der akademischen Umgebung, Ideengeber und übernatürlicher Animateur der Neuen Evangelisierung, die besonders im laizistischen Europa so sehr gebraucht wird. Auf den Pfaden der Gegenwart lagen ihm die Angelegenheiten Europas, in dem er erzogen wurde und in dem er seine pastorale Tätigkeit bis zum Tod entfaltet hat, sehr am Herzen. Er erlebte ihre Dramen und spirituellen Dilemmata, sorgte sich aber auch dafür, dass alle Menschen guten Willens die Einheit auf dem Kontinent mitbauen, vom Atlantik bis zum Ural. Wir glauben, dass er heute „vom Haus des himmlischen Vaters aus“ der europäischen Gemeinschaft mit seiner inspirierten Weisheit weiter hilft, schwierige Entscheidungen zu treffen, zur täglichen Treue zu Gott und den Menschen ermutigt und bei Gott in allen unseren Bedürfnissen eintritt, sowie uns Seiner Barmherzigkeit anvertraut. Wir wissen, dass während des Zweiten Vatikanischen Konzils, Papst Paul VI. den heiligen Benedikt von Nursia zum Patron Europas erklärt hat. Von der Tatsache, dass Europa Unterstützung von oben brauche war auch Johannes Paul II. überzeugt und rief daher deren fünf Schutzpatrone Europas aus: Die Heiligen Cyrill und Methodius, Hl. Katarina von Siena, Hl. Brigitta von Schweden und Hl. Schwester Therese Benedikta vom Kreuz (Edith Stein). Heute, da der Alte Kontinent eine große Wertekrise erlebt und vor neuen, bisher unbekannten Herausforderungen steht, wird es notwendig diesen Kreis zu erweitern. Der Heilige Vater trat immer für die unveränderlichen und universellen Werte ein, die das Bollwerk der europäischen Zivilisation darstellen. Er hatte seinen unbestreitbaren Beitrag zur Vereinigung des Alten Kontinents erkannt und in seiner Lehre diagnostizierte er treffend Bedrohungen, vor denen heute seine Bewohner stehen und zeigte zugleich, dass die einzige Hoffnungsquelle, Erlösung und wirksame Heilung die Barmherzigkeit Gottes ist, sowie die Rückkehr zum Vorbild des Evangeliums, das die Grundlage der europäischen Kultur gebildet hatte. Daher ist es ein legitimer Wunsch vieler Christen, Europa, sein geistiges Erbe und das Schicksal seiner Söhne und Töchter, Gott, dem Herren der Geschichte, der Fürsprache Johannes Paul II. anvertrauen zu wollen. Johannes Paul II. – Seine Vision von Europa Johannes Paul II. hatte seine Vision von Europa. Für ihn liegt die erste Grundlage der Einheit Europas in der Pädagogik der Vergebung. Zwei Weltkriege, die hauptsächlich auf diesem Kontinent stattfanden, verursachten großes Leid. Es gibt heutzutage noch sehr viele nicht geheilte Wunden in Europa und die Gegenwart lässt neues Unrecht entstehen. Die Pädagogik der Vergebung ist deshalb so wichtig, weil der Mensch, der vergibt und um Vergebung bittet, versteht, dass eine größere Wahrheit als er selber existiert. Und indem er Vergebung annimmt, kann er über sich selbst hinauswachsen. Es gibt kein Europa ohne Vergebung und Versöhnung, somit ohne Lösung der Probleme der Vergangenheit. Die These einiger europäischer Politiker, man solle die Probleme der Vergangenheit ruhen lassen und sich auf die Gegenwart und Zukunft konzentrieren ist falsch. Die Versöhnung ist einerseits an die Erfüllung bestimmter Bedingungen geknüpft: Schuldbekenntnis, Bedauern darüber, dass Böses getan wurde, sowie den Wunsch das Unrecht wiedergutzumachen. Andererseits schreibt Johannes Paul II. in seiner Enzyklika „Dives in Misericordia“, dass diejenigen, die verzeihen, gemäß dem Vorbild des barmherzigen Vaters dem verlorenen Sohn gegenüber Barmherzigkeit walten lassen sollen, damit derjenige, der Barmherzigkeit empfängt sich nicht gedemütigt fühlt, sondern wiedergefunden und geschätzt (vgl .. DiM, 6). Nach Johannes Paul II. kann sich Europa nicht nur auf die Vergangenheit berufen, sondern muss auch über seine Gegenwart und Zukunft nachdenken. Nach Jahren der Konflikte und Kriege müssen die Europäer einen Weg zu einer neuen Einheit finden, die weit von jeder Form der Vereinheitlichung ist und gerade den Reichtum in seiner Vielfalt schätzt und integriert. Voraussetzung für die Gestaltung einer optimistischen Gegenwart und Zukunft des europäischen Kontinents ist neben der Pädagogik der Vergebung die Entdeckung und Bestätigung der eigenen Identität. Erinnerung ist die Kraft, die die Identität der menschlichen Existenz schafft, sowohl auf persönlicher als auch auf kollektiver Ebene. Deshalb ist im Leben von Gesellschaften und Nationen die richtige, also wahrhafte historische Politik, so wichtig. Über Identität bestimmen nicht nur die Erinnerungen an die eigene Vergangenheit, sondern auch die dauerhaften und zeitlosen Bezugspunkte. Auf der nationalen Ebene sind das nachgewiesene religiöse und moralische Werte, aber auch symbolische Werte wie die Parole „Gott, Ehre, Heimat“, Zeichen und Symbole – die Nationalflagge, Nationalwappen oder Staats- und religiöse Zeremonien und Feste. Ein Beispiel dafür, wie historische Bezugspunkte in die Zukunft zu übertragen sind, gab Johannes Paul II. selbst, als er auf Westerplatte ausrief: „Jeder von euch, junge Freunde, findet in seinem Leben eine Westerplatte – einen Aufgabenbereich, den er übernehmen und erfüllen muss. Etwas Gutes, wofür man den Kampf nicht aufgeben darf. Eine Aufgabe, eine Verpflichtung, vor der man nicht abweichen, „desertieren“ darf. Nicht zuletzt eine Ordnung der Wahrheiten und Werte, die man „erhalten“ und „verteidigen“ muss, so wie diese Westerplatte, in sich selbst und in der eigenen Umgebung.“ Im persönlichen, sozialen und nationalen Leben hat Johannes Paul II. in besonderer Weise bestimmte Primate aufgewertet. Diese sind: das Primat der Person vor dem Gegenstand, den Primat des Geistes über der Materie, den Primat des „mehr- zu- sein“ vor „mehr- besitzen“, den Primat der Arbeit vor dem Kapital, dem Primat der Ethik vor der Technik, dem Primat der Barmherzigkeit vor der Gerechtigkeit und dem Primat des Dialogs vor dem Kampf. Der heilige Johannes Paul II. ordnet durch die oben genannten Primate die Werte- und Aufgabenwelt im Alltag, denn ohne bestimmte Prinzipien würde das menschliche Leben zum gefährlichen Chaos sowohl für den Menschen selbst, als auch für die Umwelt, in der er lebt führen. Beitrag Johannes Pauls II. zur Entwicklung der europäischen Zivilisation Wenn wir über den Beitrag von Johannes Pauls II. zur Entwicklung Europas sprechen, muss betont werden, dass er vor allem zum Sturz des Kommunismus auf unserem Kontinent beigetragen hat. Wir erinnern

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