Gabriel

Pater Dr. Johannes Paul Chavanne OCist

„Der heilige Papst Johannes Paul II. hat die Kirche und die Welt stark geprägt. Er ist ein überzeugender Verkünder des Evangeliums und ein mutiger Zeuge für Jesus gewesen und hat als Mensch, als Christ, als Priester, als Bischof und als Papst unzählige Menschen inspiriert und im Glauben und in der Hoffnung gestärkt. Er war ein glühender Europäer, der den Lauf der europäischen Geschichte durch sein Mitwirken am Zusammenbruch der kommunistischen Diktaturen ab 1989 und die Einigung der „beiden Lungenflügel“ Europas, dem Westen und dem Osten, nach der Zeit des eisernen Vorhanges entscheidend mit gestaltet hat. Die Menschen des Europa der Gegenwart brauchen überzeugende Persönlichkeiten, an denen sie sich orientieren können. Deshalb fände ich es großartig, wenn der heilige Papst Johannes Paul II. zum Mitpatron Europas erklärt würde. Er ist ein leuchtendes Vorbild und ein machtvoller Fürsprecher für unseren Kontinent.“   Pater Dr. Johannes Paul Chavanne OCist, Dr. theol., Mag. theol., Assistent des Rektors, Verantwortlicher für die Öffentlichkeitsarbeit, die Jugendseelsorge und die Berufungspastoral des Stiftes Heiligenkreuz Lehrbeauftragter für Liturgiewissenschaft, Mitglied des Instituts für Liturgiewissenschaft und Kirchliche Musik Hohschule Heiligenkreuz

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Hl. Johannes Paul II.: Gebet um die Gaben des Heiligen Geistes

Heiliger Geist, ich bitte Dich um die Gabe der Weisheit, um Dich und Deine Herrlichkeit besser zu kennen, um die Gabe der Erkenntnis, um die Geheimnisse unseres heiligen Glaubens besser zu verstehen, um die Gabe der Einsicht, damit ich mich in meinem Leben von den Grundsätzen dieses Glaubens leiten lasse, um die Gabe des Rates, damit ich in allem Deinen Rat suche und ihn immer finde, die Gabe der Stärke, damit keine Furcht oder weltliche Rücksicht mich von Dir abbringen kann, die Gabe der Frömmigkeit, damit ich Deiner Majestät immer mit kindlicher Liebe dienen kann, die Gabe der Gottesfurcht, damit ich die Sünde fürchte, die Dich, o Gott, beleidigt. Amen.   Dieses Gebet betete der heilige Papst Johannes Paul II. täglich.

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Es ist Gott, der ruft von Ewigkeit her

„Wir alle, jeder auf seine besondere Weise,  sind gerufen, hinzugehen und Frucht zu bringen. Die Jünger wurden durch den Meister auserwählt, sie boten sich nicht aus eigenem Antrieb an, wenigstens nicht am Anfang. (…) Freundschaft, die Jesus anbietet, ist reines Geschenk. Wer sich jedoch von Jesus geliebt weiß, fühlt sich seinerseits verpflichtet, ein treuer und aktiver Jünger zu sein, mit anderen Worten, Frucht zu bringen (…).“ (Johannes Paul II., Oristano, Sardinien, 18.10.1985) „Gott ruft, wen er will, und er tut es aus seiner Freiheit und Liebe heraus. Aber er bedient sich dazu anderer Menschen. So will auch Jesus es tun. Es war Andreas, der ihm seinen Bruder Petrus vorstellte. Jesus rief Philippus, aber Philippus rief Nathanael (vgl. Joh 1, 33ff.). Deshalb besteht keine Grund zur Furcht, wenn es darum geht, einem jungen oder auch weniger jungen Menschen den Ruf Gottes zu eröffnen. Es ist vielmehr eine Tat der Wertschätzung und des Vertrauens. Es kann ein Moment des Lichtes und der Gnade sein.“ (Johannes Paul II., Rom, 13.4.1983)   Dr. Bergund Fuchs: „Die Berufung erläutert von Papst Johannes Paul II.“30

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Prof. P. Dr. Bernhard Vošicky OCist: Theologie des Leibes nach Johannes Paul II., Vortrag 2

Adventeinkehrtag für die Gebetsgemeinschaft der Freunde des Heiligen Kreuzes am 2. Adventsonntag,  9. Dezember 2007 gehalten von Prof. P. Dr. Bernhard Vošicky OCist 2. Vortrag Heiliger Josef, in unserer Not kommen wir zu dir und bitten voll Vertrauen um deinen Schutz. Du warst in Liebe mit der unbefleckten Gottesmutter Maria verbunden und hast väterlich für Jesus gesorgt. Darum bitten wir dich: Sieh auf das Volk, das Jesus Christus mit seinem Blut erworben hat und hilf uns mit deinem mächtigen Beistand! Du Beschützer der Heiligen Familie, wache über das Haus Gottes! Halte fern von uns alle Ansteckung durch Irrtum und Verderbnis! Du starker Helfer, steh uns bei in dem Kampf mit den Mächten der Finsternis! Du, heiliger Josef, hast das Jesuskind aus der Lebensgefahr errettet, so verteidige jetzt die heilige Kirche Gottes gegen den bösen Feind und seine Verführung! Nimm uns in deinen Schutz, dass wir noch deinem Beispiel mit deiner Hilfe heilig leben, selig sterben und das ewige Leben erlangen! Amen! Papst Benedikt XVI. hat am 8. Dezember 2007, am Fest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria beim Angelus folgende Worte gesprochen: „Wir machen leider die Erfahrung, dass die heranwachsenden Jugendlichen und sogar Kinder zu 0pfern von entstellten Formen der Liebe werden. Verführt von skrupellosen Erwachsenen, die sich selber etwas vor machen und sie in die ausweglose Sackgasse des Konsumismus führen. Selbst heiligste Dinge wie der menschliche Leib, der Tempel Gottes, der Liebe und des Lebens werden so zu Konsumobjekten“. Hier ist der Punkt: der Leib des Menschen, der ein Tempel Gottes, ein Tempel des hl. Geistes ist, also etwas Heiligstes, darf nicht Konsumobjekt sein. Du darfst deinen Leib nicht verkaufen, weder an Mitmenschen noch an den Satan. Der Papst weiter: “Diese Skrupellosigkeit gegenüber den Leibern junger Menschen geschieht jetzt immer früher, manchmal sogar vor der Pubertät. Wie traurig ist es, wenn Kinder das Staunen verlernen gegenüber dem Zauber der schönsten Gemütsregung und die Wertschätzung des Körpers verlorengeht, der Ausdruck der Person und seines unergründlichen Geheimnisses ist. Der absolute Wert der Liebe muss geschützt werden. Ich denke an die jungen Menschen heute, die aufgewachsen sind in einem Umfeld, das übersättigt ist von falschen Glücksverheißungen. Diese Mädchen und Jungen riskieren die Hoffnung zu verlieren, weil sie häufig zu Waisen der wahren Liebe werden, die dem Leben Sinn und Freude schenken“. Aktueller kann man es zu unserem heutigen Thema nicht sagen! Oft kommen junge Menschen zu mir, bei denen ich spüre, dass sie einen Vater brauchen. Auf meine Frage, ob sie einen Vater haben, verneinen sie und sagen, dass sie diesen nie gesehen hatten. Die Mutter haben ihnen noch nie von ihm erzählt. Oder andere sagen: Ja, ich habe kurz einen Vater gehabt, oder meine Mutter hat inzwischen schon mehrere andere Lebensabschnittspartner gefunden. Diese Jugendlichen suchen nach einem Vater. Auf meine Frage, wie war denn der Vater zu dir, höre ich: der eine war sehr streng, der andere hat überhaupt nur distanziert mit mir gesprochen. Ich frage weiter: Hat dich dein Vater einmal geküsst? Nein! Hat er dich umarmt? Nein! Hai er dich an sein Herz gezogen und dich auf seinen Schoß gesetzt? Nein! Viele kennen diese Gesten nicht. Es fehlen nicht nur Gesten und Worte, es ist eine vaterlose Gesellschaft. Alexander Mitscherlich hat mit seinem Buch „Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft“ wohl Recht. Es ist kein Wunder, dass nun der hl. Vater Papst Johannes Paul II. genau dieses Defizit, diesen Mangel erkannt hat und sehr bewusst die Möglichkeit geschenkt hat, ihn als geistlichen Vater zu verehren und zu schätzen. Jedes Jahr schreibt der Papst zum Gründonnerstag einen Brief an die Priester. Johannes Paul II. hat diese Gepflogenheit lückenlos durchgehalten. Jeden Gründonnerstag gab es einen Brief an die Priester. Der 15. dieser Briefe ist der persönlichste und reizvollste, weil er eine sehr offene Sprache führt. Da heißt es: „Um in reifer und froher Weise im Zölibat zu leben, erscheint es vor allem wichtig, dass der Priester tief in sich selbst das Bild der Frau als Schwester entwickelt”. Wir haben im 1. Vortrag am Vormittag gesehen, dass Johannes Paul ll. im Umgang mit den Frauen Unbefangenheit und Zärtlichkeit an den Tag legt, die uns immer wieder überrascht. Er möchte, dass alte Priester diese Unbefangenheit und Zärtlichkeit aufbringen. Deshalb hat er diesen Brief geschrieben, in dem er sich auf die Anweisungen beruft, die der Apostel Paulus seinem Schüller Timotheus, der Bischof in Ephesus war, in seinem ersten Brief gegeben hat. 1 Tim 5, 2: „Ältere Frauen sollst du wie Mütter und jüngere wie Schwestern behandeln, in aller Zurückhaltung“. Johannes Paul ergänzt diese Lehre, in dem hinzufügt, dass der ältere Priester die Mädchen wie Töchter behandeln soll, weil sein Dienst echter geistlicher Vaterschaft ihm Söhne und Töchter im Herrn verschafft. Das Bild der Frau als Mutter, Schwester und als Tochter im Sinne einer echten geistlichen Vaterschaft – das hat Johannes Paul gelebt und deshalb waren auch 4 Millionen Menschen bei seinem Begräbnis. Alle seine geistlichen Söhne und Töchter, die nur irgendwie Zeit und Geld aufbringen konnten, haben ihn aufgesucht. Bis heute stehen Menschenschlangen, um an sein Grab zu gelangen. Oft muss man lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Johannes Paul II. findet eindrucksvolle Wort, um diese schwierige hochstehende Beziehung der Frau als Schwester zu artikulieren: „Ohne Zweifel stellt die Schwester eine besondere Manifestation der geistigen Schönheit der Frau dar. Aber sie ist gleichzeitig die Offenbarung ihrer Unberührbarkeit“. Berührend sind die Worte, die er der unverheirateten Frau widmet, die lernt sich als Schwester zu schenken und so eine besondere geistige Mutterschaft entwickelt. Dies gilt auch für die Ordensfrauen. Wenn sich die Ordensfrauen als Schwestern allen Menschen schenken, entwickeln sie eine besondere Form geistiger Mutterschaft. So übte Mutter Teresa ihre geistige Mutterschaft weltweit und universal aus. Sie kennen vielleicht den neuen Leiter der Missio Austria – Päpstliche Missionswerke in Österreich, Dr. Leo Maasburg. Er war lange Zeit Begleiter von Mutter Teresa, wenn sie in ferne Länder gefahren ist, um wieder eine Niederlassung der Schwestern der Nächstenliebe zu gründen. Sie wollte verständlicherweise als Frau allein einen Priester in ihrer Nähe haben. Da sehen wir wieder die Notwendigkeit

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Prof. P. Dr. Bernhard Vošicky OCist: Theologie des Leibes nach Johannes Paul II., Vortrag 1

Adventeinkehrtag für die Gebetsgemeinschaft der Freunde des Heiligen Kreuzes am 2. Adventsonntag,  9.Dezemher 2007 gehalten von Prof. P. Dr. Bernhard Vošicky OCist Vortrag 1 Es handelt sich um einen Traum von der Theologie des Leibes, einen Traum den Papst Johannes Paul II., er wird jetzt gerne Johannes Paul der Große genannt, zeitlebens geträumt hat. Im Bezug auf die Theologie des Leibes ist das Empfinden des verstorbenen Papstes weiter und offener als sein Denken. Bei uns ist das ebenso! Unser Denken ist auf gewisse Dinge reduziert. Unser Empfinden und Fühlen geht weit darüber hinaus. Wir können feststellen, dass Johannes Paul II. (und vorher Karol Wojtyła als Universitätsprofessor für Ethik und Moraltheologie tätig an der Jagellonen- Universität in Krakau) mit Worten oft zurückhallend ist, obwohl er immer sagt, was er denkt. Aber er sagt nicht alles, was er empfindet. Es gibt Augenblicke, in denen das Empfinden im Vordergrund steht und nicht so sehr dos Wort. Wir glauben zu verstehen, dass das, was dieser mutige Papst hinsichtlich der menschlichen Liebe und ihres von den Theologen vernachlässigten Glanzstückes – des Leibes empfindet, ein großes Geschenk für seine Kirche sein könnte. Er war ja in seiner Jugend Schauspieler und hat im rhapsodischen Theater in Krakau gewirkt. Dort musste er natürlich auch den leiblichen Ausdruck dem Publikum übermitteln. Was nützt der beste Schauspieler, wenn er sich nur im Wort ausdrückt? Er muss sich auch mit dem Leib ausdrücken. Was die Seele empfindet und fühlt, kommt dann im Leib zum Ausdruck. Wahrscheinlich vertritt er denkerisch nicht wirklich eine Theologie des Leibes, aber Karol Wojtyła empfindet die Theologie des Leibes, er präsentiert sie und er wünscht sie sich. Wir können sagen, er träumt von ihr. Dieser Traum ist nicht ausgeträumt, wenn wir Bilder oder Dokumente in Filmen und Fernsehaufzeichnungen von ihm sehen. Im heutigen Einkehrtag möchten wir den Traum Johannes Paul II. näher kennen lernen und über die Worte, mit denen er uns davon erzählt hat, hinausgehen. Natürlich möchte ich im 1. Vortrag nicht alles, was mein Herz bewegt, bringen. Warum? Es ist mir unmöglich, denn wie soll man Gefühle, Empfindungen, Sehnsüchte der Seele und des Herzens zur Sprache bringen. Sie können sich nur in Gesten, vielleicht auch in Tränen oder im Lachen ausdrücken. Erinnern wir uns, wie Johannes Paul II. gelächelt, vielleicht auch geweint oder umarmt hat, wie er Kinder an sich gedrückt hat, wie er Menschen in die Augen geschaut hat! Es ist nicht nur eine Sprache des Mundes, der Lippen und der Zunge, sondern eine Sprache des Leibes durch Gesten, aber nicht nur der Mimik, sondern auch des Herzens und der Seele. Leiblich wird ja oft ausgedrückt, was Seele und Herz empfinden, ersehnen und erwünschen. So können wir nur erahnen, was Johannes Paul II., der große Papst ausdrücken, empfinden und sogen wollte. Damit aber unsere Ahnung ein Fundament hat, müssen wir nicht nur auf seine Worte hören, sondern auch seine Gesten beobachten, vor allem Gesten körperlicher Nähe und Zärtlichkeit. Diese leiblichen Gesten hatte Papst Johannes Paul ll. gegenüber allen Gesprächspartnern, auch jungen Frauen gegenüber. Er hat sich nicht geniert und sich auch keinen Zwang aufgelegt. Er war ganz spontan. Wir müssen uns die Geschichte seiner mehr als 30 Jahre vom Neupriester bis zum Kardinal vor Augen halten. Da gab es immer Beziehungen zu jungen Ehepaaren und Liebeserfahrungen, die er vor Augen hatte. lm Buch „Die Schwelle der Hoffnung überschreiten“ S.145 heißt es: „Als junger Priester lernte ich die menschliche Liebe zu lieben. “ Wenn das gewisse Enthüllungsjournalisten entdeckten, wäre dies schon ein Punkt zur Anklage. Aber ist es nicht schön, wahr und aufrichtig gesagt? In seinem Buch fasst er zusammen: „Wenn ich die Schwelle der Hoffnung überschreite, dann möchte ich jene Erfahrung ausdrücken, die für meinen Lebensweg als entscheidend betrachtet werden kann„. Auch wir betrachten es als entscheidend für sein Papstbild. Er ist ein Papst, der in die Liebe verliebt und ein zutiefst menschlicher Papst ist. Das wünschen wir uns doch auch! Wir wünschen uns einen, der die menschliche Liebe nicht verschmäht oder hintenansetzt, sondern sie würdigt. Wenn er über die Liebe spricht, wird seine Sprache ganz kühn und verwegen. Man hat oft den Eindruck, dass, wenn er seine Konzepte, die er aufgesetzt hat, weglegt, sein Herz zu glühen beginnt. Die Flammen seines Herzens schlagen aus seinem inneren hervor und erfassen den Mitmenschen. Johannes Paul II. spricht nicht nur von einer Theologie des Leibes, sondern sogar von einer Theologie der Sexualität. 14. November 1979 : „Die Theologie des Leibes wird in gewisser Weise auch zur Theologie der Sexualität oder vielmehr zu einer Theologie der Männlichkeit und der Weiblichkeit. Eine solche Theologie hat die Aufgabe, den Grund und die Folgen der Entscheidung des Schöpfers zu verstehen, dass der Mensch immer nur als Frau oder als Mann existiert„. Die beiden Existenzweisen des Menschen als Frau oder als Mann nimmt er in dem Schreiben „Mulieres dignitatem Nr.1″ ganz ernst. Die wichtigste Konsequenz ist die, dass der Mensch von Natur aus ein Beziehungswesen ist. Weil der Mensch als Mann und Frau geschaffen worden ist, ist der Mensch ein Beziehungswesen. Dos heißt, man kommt ohne diese Beziehung nicht aus. Leben ist Beziehung. Liebe ist Beziehung. Christliches Leben besteht aus Beziehung. Daher darfst du dich nicht wundern, dass du auf Beziehungen angewiesen bist. Du bist nicht als Vereinzelter, als Monade in dieser Welt, sondern du lebst zeitlebens immer in Beziehungen. In der Fachsprache heißt das – Analogie – immer in Beziehung auf, in Beziehung zu Gott und den Mitmenschen. So ist dein Leben! Ohne diese Beziehungen ist dein Leben leer, unfruchtbar und steril. Die wichtigste Konsequenz ist die, dass der Mensch von Natur aus ein Beziehungswesen ist. Diese Natur des Menschen äußert sich in der ehelichen Dimension des Leibes, also in seiner Fähigkeit die Liebe auszudrücken, die Liebe leiblich zum Ausdruck zu bringen. Sie findet ihre Vollendung in der Verbindung von Mann und Frau, verstanden als Einheit der zwei. Sie sind nicht mehr zwei, sondern eins. Einheit der zwei, wo die eheliche Liebe, die ihren vollen Ausdruck in der sexuellen Vereinigung als gegenseitige Hingabe findet, zum Modell jeder Liebe wird. Was ist das

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Santo Subito! Konzert

lädt herzlich zum ein: Santo Subito Konzert 02.05.2018, 20:00 Kirche Maria am Gestade, Wien Vaterland – wenn ich das denke, dann meine ich bis an die Wurzeln mich, mein Herz sagt es mir, wie eine verborgene Grenze, die in mir verläuft zu den anderen (…) Karol Wojtyła „Wenn ich Vaterland denke“, Kraków 1974   Heuer jährt sich zum 40. Mal der Beginn des Pontifikats Johannes Pauls II. Aus diesem Anlass und zu Ehren des Tages der Auslandspolen findet in Wien in der Kirche der Redemptoristen Maria am Gestade das Festkonzert Santo Subito! statt. Diesen Konzertabend werden zwei Künstler unterschiedlicher Herkunft bestreiten: die polnische Geigerin Jolanta Ewa Sosnowska sowie Robert Kovács, ungarischer Organist und Solist der Augustinerkirche in Wien. Das Repertoire dieses Konzerts beinhaltet Werke unter anderem von Fryderyk Chopin, Witold Lutosławski und Marian Sawa. Fragmente des „Römischen Triptychons“ Johannes Paul II. werden von den herausragenden Schauspielern Małgorzata Kożuchowska und Fritz von Friedl vorgetragen. Illumination: Lichttechnikgruppe der HTL Wiener Neustadt unter der Leitung von Prof. Dr. Tadeusz Krzeszowiak Das Konzert wird im Rahmen des 100. Jahrestages der Wiedererlangung der Unabhängigkeit Polens durchgeführt und findet unter der Schirmherrschaft von S. E. Erzbischof von Krakau Marek Jędraszewski statt. Adresse: Kirche Maria am Gestade, Salvatorgasse 12, 1010 Wien Eintritt/Tickets:   Eintritt frei. Weitere Info: Link

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Papst-Wallfahrt am Sonntag der Barmherzigkeit

  Liebe Freunde Wir laden Euch herzlich zu unserer nächsten Papst-Wallfahrt am Sonntag der Barmherzigkeit, den 8. April 2018, ein. Die Route der Wallfahrt verbindet zwei Punkte in Wien, die mit dem heiligen Johannes Paul II. eng in Verbindung stehen: Das „Papstkreuz im Donaupark“, errichtet aus Anlass des ersten Pastoralbesuches von Papst Johannes Paul II. in Österreich, wo dieser am 11. September 1983 mit einer halben Million Menschen die heilige Messe feierte. Die Kirche „St. Josef auf dem Kahlenberg“, polnisches Nationalheiligtum– an diesem Ort feierte am 12. September 1683 der selige Marco d’Aviano mit dem polnischen König Sobieski vor der entscheidenden Schlacht während der zweiten Türkenbelagerung eine hl. Messe. Genau 300 Jahre später feierte aus diesem Anlass auf dem selben Ort Papst Johannes Paul II. ebenfalls eine heilige Messe. In der Kirche befinden sich viele Gegenstände, die an ihn erinnern, sowie seine Blutreliquie und Statue. In Rahmen der Wallfahrt laden wir Euch zu einer Wanderung durch wunderschöne „Nature-Pur“- Umgebung, sowie zur Teilnahme an einem speziellem Programm auf dem Kahlenberg ein. Programm: 10:45 – Treffen beim Papstkreuz im Donaupark, Gebet 11:00 – Abmarsch (Dauer mit Pausen ca. 4 Std., Wanderung ca. 2.5 Std, Entfernung ca. 10km) 15:00 – Papst-Programm auf dem Kahlenberg, beginnend mit dem Barmherzigkeitsrosenkranz (auf Polnisch und Deutsch mit Übersetzung) 16:00 – Hl. Messe Diesmal ist die Wallfahrt der Intention der Ausrufung des Hl. Papstes Johannes Paul II. als Mitpatron Europas gewidmet. Weitere Informationen sowie eine Petition an Papst Franziskus: JP2.at Wegbeschreibung auf GoogleMaps: google.at/maps/dir/Papstkreuz+Kahlenberg   Wir bitten Dich, diese Information an Deine Freunde weiterzuleiten. Es laden Dich herzlich ein: „Gloria tibi Deo” „Radio PMK” „Wspólnota św. Jana Pawła II.” Verein „Rettet das Papstkreuz“ „Jesus Prayer Group“ sowie viele private Personen      

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Hl. Papst Johanes Paul II.: Kind, Familie, Nation

„Ein Volk das seine eigenen Kinder tötet, hat keine Zukunft.“ „In einem neugeborenen Kind verwirklicht sich das gemeinsame Wohl der Familie.“ „Die Gesellschaft wird danach gerichtet, wie sie mit seinen schwächsten Mitgliedern umgeht, und unter den schwächsten sind unbestreitbar die Ungeborenen und Sterbenden.“ “ Die für das Schulsystem Verantwortlichen, dürfen nicht vergessen, dass die Eltern als Haupterzieher der eigenen Kinder von Gott persönlich ernannt wurden und ihre Rechte absolut unabdingbar sind!“ “ Wenn die Familie verschwindet, verschwindet die Nation, verschwindet die gesamte Welt in der wir leben“ „Und alles andere wird sich als unwichtig herausstellen. Außer: Vater, Kind, Liebe. Und dann werden wir von den einfachsten Sachen behaupten: „Hätten wir das nicht lang her lernen können? War das nicht schon immer Teil der Schöpfung?“ „Liebe die Familie! Verteidige und unterstütze sie als den Grundbaustein der Gesellschaft; Pflege sie als das größte Heiligtum des Lebens. Bereite verlobte Paare mit größter Sorgfalt vor und sei nahe den frisch vermählten Paaren, damit diese da sind für ihre Kinder und die ganze Gemeinschaft ein eloquentes Abbild von Gottes Liebe wird.“   Foto: RebeccaVC1,“The R Family – 2″, Flickr, CC Licence

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Prof. DDr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz: Edith Stein als Europäerin

Vorwort: Im 1999 wurde die heilige Edith Stein, zusammen mit der heiligen Birgitta von Schweden und der heiligen Katharina von Siena, zur Mitpatronin Europas erklärt. Der erste Heilige, der zum Patron Europas im Jahr 1964 erhoben wurde, war Benedikt von Nursia, dann schlossen sich ihm Kyrill und Methodius im Jahr 1980 an. Auf der Webseite jp2.at wollten wir vertiefende Informationen über alle bisherigen Mitpatronen Europas zur Verfügung stellen. Auf weitere, interessante Artikel zum Thema „Patron Europas“ möchten wir hier verweisen: Ansprache bei der Seligsprechung von Edith Stein in Köln, Papst Johannes Paul II. von 1987  (Link) Kardinal Dr. Christoph Schönborn:  „Edith Stein: vorurteilsfreies Hinhören“ (Link) Benedikt von Nursia – der Patron Europas (Link)  Wir bedanken uns besonders herzlich bei Frau Prof. DDr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz für die Unterstützung unseres Vorhabens durch ihre aufbauenden Worte und ihre Ausarbeitung über „hl. Edith Stein als Europäerin“ aus philosophischer Perspektive, die wir im Kontext „Mitpatronen Europas“ auf jp2.at präsentieren dürfen. Cz. Ogrodnik   Prof. DDr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz (Link zu weiteren Information) (c) copyright by the author   Edith Stein (1891-1942) als Europäerin Leben in Spannung Vieles, was seit dem 19. Jahrhundert gespalten war, tritt in Edith Stein, neu zusammengefügt, in den „katholischen Frühling“ der 20er Jahre ein: Wissen­schaft und Religiosität, Intellekt und Hingabe, anspruchsvolles Den­ken und Demut, Juden­tum und Christentum. Unter den wenigen Photographien fallen zwei Ge­sichter auf, die doch eines sind: die stolze, selbstbewußte, selbst­kritische Doktorin der Philosophie und die „Braut des Lammes” mit dem rätselhaft schmerzlichen und tief verinner­lichten Gesichtsausdruck auf dem Bild ihrer Ein­kleidung in den Kölner Karmel im April 1934. Dazwischen liegt ein Abstand, den Edith Stein mit Denken, mit Feuer, mit Leben, mit Glück, aber auch mit holocaustum gefüllt hat – einem Wort, das sie selbst bereits im Blick auf Husserl im Sinne von „Ganzhingabe” verwendet. Unabsichtlich wird sie aber durch ihren Geburtsort Breslau, heute Wroclaw, auch zur Brückenbauerin zwischen Deutschen und Polen, und in ihrer Lebenshingabe (die noch beleuchtet wird) ebenso zwischen Deutschen und Juden. Sie beherrscht sechs Sprachen: deutsch, griechisch, lateinisch, polnisch, englisch, französisch,  und wird in den beiden letzten Jahren ihres Lebens dazu noch holländisch lernen. Entscheidendes wird bereits in der „Dichte der Kindheit“ (Rilke) vorbereitet. Schon der Mutter war die Geburt des elften und letzten Kindes am hohen Versöhnungsfest, damals am 12. Oktober 1891, auszeichnend. Breslau, Geburtsort Edith Steins, besaß eine starke jüdische Gemeinde. Beide Eltern entstammten kinderreichen Familien aus dem schlesischen Kleinbürgertum, die allerdings um die Jahrhundertwende durch Studium und wachsenden Wohlstand mittelständisch wurden. Das Mädchen wächst vaterlos auf: Siegfried Stein (1843-1893), Holz- und Kohlenhändler in Breslau, stirbt plötzlich auf einer Geschäftsreise. So übernimmt die Witwe Auguste, geborene Courant (1849-1936), das Geschäft. Das Bild dieser starken Frau, die ungelernt, mit erstaunlichem Erfolg und größtem Fleiß in die Arbeit einsprang, hat die Tochter später beim Entwurf der weiblichen Arbeitswelt und vor allem bei der Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf geleitet. Auguste Stein besaß praktische Lebens­klugheit und eine verhaltene, aber selbstverständliche Frömmigkeit; dennoch wuchsen die Kinder bereits in ein liberal-preußi­sches Kulturbürgertum hinein.[1] Die unaufhaltsame Assimilation dieser Generation warf die religiöse Tradition unbefangen weithin ab – sie überlebte eher in Form von Brauchtum, wie der Sabbatfeier und dem jüdischen Hochzeitsritual der Lieblingsschwester Erna. Die Mutter ist die zutiefst prägende Gestalt und von starker charakterlicher Überein­stimmung mit der Tochter: Ethische Entschiedenheit, Bedürfnislosigkeit und Selbstdisziplin bleiben grundlegendes Erbe. Von der frühen Auffassungsgabe der „klugen Edith“, die den Kindergarten verweigert und dringlich in die Schule strebt, über ihre erstklassigen schulischen Leistungen bis zu Gymnasium und Abitur 1911, wo sie als Prima den Denkspruch erhält: „Schlag an den Stein, und Weisheit springt heraus“, und bis zu ihrer glänzenden Studienzeit und Promotion 1916 geht ein geradliniger, kaum gehemmter Weg. Hervorstechend ist eine rasch und gründlich aufnehmende Intelligenz, allerdings steht sie neben einer zeitweise über­mäßigen Verschlossenheit. In der Autobiographie Aus dem Leben einer jüdischen Familie wird die Gefährdung dieser jugendlichen Phase – bis zur Lebensmüdigkeit – mit Freimut angesprochen. Schon die Gymna­si­astin wendet sich den Idealen der Frauenbewegung zu, an der sie den männlich-kämpferischen Zug schätzt. Das leichte Abstreifen des Betens mit 14 Jahren ist bezeichnend, weil sich daran das Gesetz ihrer ganzen Generation zeigt: statt einer unverstandenen Tradition anzuhängen, lieber aufrichtig in einem keineswegs unangenehmen Vacuum zu stehen; später wirft sich Edith Stein die „Sünde des radikalen Unglaubens“ vor.[2] Das – erstmals für Frauen mögliche – Studium führt Stein zu inneren Durchbrüchen. Zunächst freilich bleibt das in Breslau 1911 begonnene Studium der Germanistik, Geschichte, Philosophie und Psychologie der kritischen Studentin zu flach – vor allem die bei William Stern gepflegte „Psychologie des Denkens“. Erst Edmund Husserls Logische Untersuchungen (1900/01) führen zum ersehnten intellektuellen Anreiz und zum leichtfüßigen Wechsel nach Göttingen 1913. Sofort in Husserls Seminar aufgenommen kommen der Wunsch nach methodischer Klärung und das Drängen nach selbständiger Arbeit zur Entfaltung. Stein besaß von Anfang an das Zielgerichtete und Willens­beton­te einer großen rezeptiven Kraft. So führte sie gleich das Sitzungsprotokoll der Göttinger Philosophischen Gesell­schaft, in der auch Max Scheler, damals der aufgehende Stern eines neuen katholischen Denkens, vortrug. Schelers philosophische Schätzung des Religiösen klang für die Agnostikerin erstaunlich, aber nicht unlogisch: „Das war meine erste Berührung mit dieser mir bis dahin völlig unbekannten Welt. (…) sie erschloß mir einen Bereich von ‘Phänomenen’, an denen ich nun nicht mehr blind vorbeigehen konnte. (…) Die Schranken der rationalistischen Vorurteile, in denen ich aufgewachsen war, ohne es zu wissen, fielen, und die Welt des Glaubens stand plötzlich vor mir.“[3] Der Erste Weltkrieg führte zu tiefer, kaum zu bewältigender Erschütterung, zumal der triumphale Aufbruch sich immer tiefer in die Niederlage verstrickte. Die überzeugte Patriotin – Schlesierin, Preußin, Deutsche in konzentrischer Reihung – unterbricht 1915 Studium und Doktorarbeit zugunsten eines Lazarett-Ein­satzes in Mährisch-Weiskirchen. Zurückgekehrt beendet sie nicht ohne Krisen nervlicher und intellektueller Erschöpfung ihre Dissertation über Einfühlung, die Husserl, mittlerweile nach Freiburg berufen, im August 1916 summa cum laude benotet. Stein findet sich jedoch bei allem steil aufstrebenden Weg in einer unklaren Lage: Husserl erwägt grundsätzlich keine Habilitation von Frauen; ein nicht-philosophischer „Brotberuf“ ist ihr jedoch undenkbar. Immerhin stellt der „Meister“ die ebenso fähige wie fleißige Doktorin

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